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Eindrücke vom Auslandspraktikum inmitten des Himalayas

Im Herbst 2018 absolvierte Carina Schmid im Rahmen ihrer Ausbildung der Allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflege ein fünfwöchiges Auslandspraktikum im staatlichen Krankenhaus in Pokhara, der zweitgrößten Stadt Nepals. Ihre Eindrücke während Ihres Aufenthalts inmitten der nepalesischen Bergwelt beschreibt sie in ihrem Praktikumsbericht.
 

"Nepal: Ein Land das mich schon immer wegen seiner extrem beindruckenden Bergwelt faszinierte. Wann immer man von diesem Land hört, wird auch von den Menschen dort berichtet, einem überaus freundlichen und herzlichen Volk. Genau dies war einer der Gründe für mich, im Herbst 2018 mein 5-wöchiges Praktikum im Western Regional Hospital, in Pokhara, der zweitgrößten Stadt Nepals zu absolvieren.

Bezüglich der Planung meines Praktikumaufenthaltes wandte ich mich an die Organisation EHN (Education Health Nepal). Deren Hauptverantwortlicher Phil Palmer, ein Engländer, lebt seit einigen Jahren mit seiner Familie in Kathmandu. Die Planung und Betreuung durch diese Organisation ist perfekt, Phil und sein Team stehen während des gesamten Aufenthaltes als Ansprechpartner zur Verfügung.

Untergebracht war ich bei Familie Baral, meiner Gastfamilie. Ich wurde herzlich empfangen und aufgenommen, bereits nach einigen Tagen fühlte ich mich bei ihnen wie zuhause. Ich hatte ein eigenes Zimmer und ein Bad (dieses sogar mit Warmwasser und Dusche, was absolut nicht üblich ist). Wir haben einiges gemeinsam unternommen, ich lernte ihre Familie, ihre Kultur und Bräuche kennen. Rita, die Gastmutter, zeigte mir, wie verschiedene traditionelle Speisen zubereitet werden. Unser gemeinsames Kochen, bei dem auch ihre beiden Töchter ab und zu dabei waren, war immer sehr interessant und lustig.

© Carina Schmid

 

Bimal, der Gastvater, arbeitet in der Organisation im Western Regional Hospital, jenem Krankenhaus, in dem ich auf der Kinderstation mein Praktikum absolvierte. Das Krankenhaus ist ein staatliches Krankenhaus und verfügt über 500 Betten. Die Stationen dort: Allgemeine Kinderstation, Chirurgie, Innere Medizin, Entbindungsstation, Neonatologie, Urologie, Gynäkologie, Unfallstation sowie zahlreiche Ambulanzen und OP-Säle.

Meine Zeit auf der Kinderstation war sehr interessant, da sowohl die Ausstattung und Gegebenheiten, als auch der Klinikalltag mit unseren Krankenhäusern absolut nicht vergleichbar sind. Die Kinderstation verfügt über 36 Betten (4 Säle mit je 6 Betten, 2 Isolationszimmer mit je 2 Betten, 3 Zimmer mit je 2 Betten) dazu muss erwähnt werden, dass die Betten nie gereicht haben. Die Station ist immer überbelegt, was bedeutet, dass alle restlichen Patienten sich einen Schlafplatz auf dem Boden suchen.

Versorgt werden dort Kinder vom Babyalter bis zum sechzehtnen Lebensjahr. Bevor sich jemand um die PatientInnen kümmert, ist erstmal eine Aufnahmegebühr von 0,37 € zu entrichten. Für Bettwäsche, Mahlzeiten, Körperpflege, Transportwege zu Röntgen/Labor/OP sind ausschließlich die Angehörigen zuständig. Ebenso erhalten die Angehörigen jeden Tag ein Rezept, mit dem sie alle nötigen Medikamente selbst besorgen und auf die Station bringen müssen. Behandelt werden vor allem Schlangenbisse, hohes Fieber, Atemwegserkrankungen, Knochenbrüche oder Tumorerkrankungen. 

Im Krankenhaus arbeiten Ärzte und Ärztinnen, aber ausschließlich Krankenpflegerinnen (erst seit letztem Jahr wurde die dreijährige Ausbildung zum Krankenpfleger für Männer anerkannt). Die Visite ist jeden Tag um 10:00 Uhr. Das Personal ist sehr freundlich, nett, hilfsbereit und interessiert. Man verständigt sich auf Englisch, wobei es aber auch ab und zu auch vorkommt, dass man dazu „Hände und Füße" braucht (v.a. bei PatientInnen und Angehörigen aus sehr ländlichen Gebieten, die nur nepalesisch sprechen). Man arbeitet an 6 Tagen pro Woche, der Samstag ist frei.

© Carina Schmid

 

Sowohl vom Stationspersonal als auch von den ÄrztInnen wurde ich sehr gut aufgenommen, sie haben mir alles erklärt, mich beraten und unterstützt. Ich fühlte mich gut aufgehoben und sehr wohl. Besonders beeindruckt hat mich in den fünf Wochen Praktikum das Gefühl von Zufriedenheit, Einfachheit, Dankbarkeit und der Geduld sowohl vonseiten der PatientInnen, ihrer Angehörigen, als auch vom Personal. Ich habe erkannt, in welchem Überfluss wir leben und wie weit fortgeschritten unsere Medizin/Pflege ist. Wir leben auf sehr hohem Niveau, sehr vieles ist für uns Standard und selbstverständlich. Gelernt habe ich auch, dass man auch mit einfachen Mitteln bereits vieles bewirken kann.

Ich bin froh und dankbar, dass ich mich für dieses Praktikum entschieden habe und empfehle die Erfahrung wirklich jedem weiter. Nicht nur in Bezug auf den Pflegeberuf sondern auch für mein Leben habe ich viele Erfahrungen gesammelt und neue Menschen, ihre Lebensumstände und eine andere Kultur kennengelernt.

Nepal: ein Land in der dritten Welt – mit Menschen deren Freundlichkeit, Herzlichkeit und Zufriedenheit man trotz aller Einfachheit nur ganz selten erlebt."

Wir bedanken uns bei Carina für die beeindruckende Schilderung ihrer Impressionen!


Weitere Informationen zu EHN Education Health Nepal finden Sie hier oder auf der Facebookseite der Organisation. Eindrücke zu der Unterbringung während des Auslandsprakikums finden Sie auf der Facebookseite der Gastunterkunft.

 

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