Ein starkes Gesundheitssystem erfordert starke Gesundheitsberufe
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Nicht-ärztliche Gesundheitsberufe als zentrale Säule des Gesundheitssystems
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Ausbildungszahlen steigen – Bedarf an qualifizierten Fachkräften bleibt hoch
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Bewerbungen für Studien- und Ausbildungsplätze in Radiologietechnologie und Biomedizinischer Analytik noch bis Ende Mai möglich
Das Tiroler Gesundheitssystem lebt vom täglichen Zusammenspiel zahlreicher Berufsgruppen im Pflege- und Gesundheitsbereich. Demografischer Wandel, steigende Lebenserwartung und komplexere Krankheitsbilder führen dazu, dass alle Gesundheitsberufe stärker gefordert sind als je zuvor. Die fh gesundheit und das AZW – Ausbildungszentrum West für Gesundheitsberufe der Tirol Kliniken GmbH gelten seit Jahren als zentrale Ausbildungsstätte für qualifizierte Fachkräfte in den sogenannten „nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen“ – von der Radiologietechnologie über Hebammen bis hin zur operationstechnischen Assistenz. Der Standort bündelt gemeinsam mit den regionalen Strukturen als erste Bildungseinrichtung im Westen Österreichs ein breites Spektrum an Gesundheitsausbildungen aus einer Hand. Die Zahlen zeigen eine erfreuliche Entwicklung: Sowohl im Studienbereich der fh gesundheit als auch in den Ausbildungsprogrammen des AZW ist die Gesamtzahl der Auszubildenden in den letzten fünf Jahren gestiegen. Doch auch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Tiroler Gesundheitssystem steigt – insbesondere in Schlüsselbereichen wie der Radiologietechnologie und der Biomedizinischen Analytik.
„Die Gesundheitsversorgung funktioniert nur als starkes Team. Die nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe bilden dabei eine tragende Säule unseres Systems. Erst das Zusammenspiel von Psychologie und Psychotherapie, Hebammen, den MTD-Berufen, der Pflege sowie den medizinischen Assistenzberufen gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzte ermöglicht eine umfassende und qualitativ hochwertige Versorgung. Deshalb ist es unser Ziel, immer wieder auf die Bedeutung aller Gesundheitsberufe aufmerksam zu machen, deren Vielfalt und Mehrwert aufzuzeigen und mehr Menschen für diese verantwortungsvollen Berufe zu begeistern. Mein aufrichtiger Dank gilt allen, die in den vielfältigen Bereichen des Tiroler Gesundheitswesens tätig sind – als starkes Team, für die Gesundheit der Tirolerinnen und Tiroler“, betont Gesundheits- und Pflegelandesrätin Cornelia Hagele.
Von Diagnostik über Therapie bis zur Begleitung
Die nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe umfassen die Berufsgruppen der Psychologie, der Psychotherapie, der Hebammen, der Pflege, der gehobenen medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufe (Biomedizinische Analytik, Diaetologie, Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Radiologietechnologie und Orthoptik) sowie der medizinischen Assistenzberufe.
„Die Vielfalt unserer Berufsgruppen zeigt, wie breitgefächert unser Beitrag zur Gesundheitsversorgung ist. Wir arbeiten in Diagnostik, Therapie, Pflege, Prävention und Begleitung – oft an entscheidenden Schnittstellen im Versorgungsprozess. Ohne die nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe wäre eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe und ganzheitliche Versorgung nicht möglich“, betont Ines Viertler, stellvertretende Sprecherin der nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe in der Tiroler Gesundheitsplattform. „Gerade angesichts der steigenden Anforderungen wird deutlich, wie wichtig es ist, diese Berufsgruppen weiter zu stärken, sichtbar zu machen und ausreichend Nachwuchs zu gewinnen. Durch unseren Sitz in der Tiroler Gesundheitsplattform können wir aktiv die Entwicklung mitgestalten.“
Breites Ausbildungsangebot mit attraktiven Perspektiven
Die fh gesundheit und das AZW bieten ein breites Spektrum an Ausbildungswegen: An der fh gesundheit stehen Studiengänge in den Bereichen Biomedizinische Analytik, Diaetologie, Ergotherapie, Gesundheits- und Krankenpflege, für Hebammen, Logopädie, Physiotherapie und Radiologietechnologie zur Auswahl. Das AZW ergänzt dieses Angebot durch Ausbildungen in der Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz, sowie in den medizinischen und operationstechnischen Assistenzberufen. Damit bilden diese beiden Institutionen eine wesentliche Säule für die Ausbildungen im Gesundheitsbereich.
„Unsere Studien- und Ausbildungsangebote sind praxisnah, wissenschaftlich fundiert und eröffnen vielfältige Karrierewege. Besonders wichtig ist uns die Durchlässigkeit zwischen den Bildungswegen sowie die Möglichkeit, sich auch in der praxisnahen Gesundheitsforschung einzubringen. Durch die Verortung von fh gesundheit und AZW in einem Haus gelingt uns das perfekte Zusammenspiel der unterschiedlichen Ausbildungen“, erklärt Andreas Huber, AZW-Direktor und Geschäftsführer der fh gesundheit.
Die Entwicklung der Ausbildungszahlen unterstreicht die Attraktivität der vielfältigen Gesundheitsberufe: In den vergangenen fünf Jahren ist die Gesamtzahl der Studierenden und Auszubildenden deutlich gestiegen. An der fh gesundheit studieren aktuell über 2.150 Studierende, davon rund 1.400 im Bachelorbereich der Gesundheitsberufe. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl von rund 1.300 Bachelor-Studierenden in den Gesundheitsberufen im Studienjahr 2021/22 auf rund 1.400 im aktuellen Studienjahr 2025/26. Auch am AZW zeigt sich ein Wachstum in den Pflege- und Medizinischen Assistenzberufen von rund 270 Auszubildenden im Jahr 2021 auf rund 320 im Jahr 2025. Besonders in den Bereichen der medizinischen und operationstechnischen Assistenzberufe ist dieser Anstieg deutlich erkennbar. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in den Gesundheitsberufen weiterhin hoch.
Hoher Bedarf in Schlüsselbereichen
Besonders deutlich wird der steigende Bedarf in den Bereichen Radiologietechnologie und Biomedizinische Analytik. Im Zuge der Novellierung der MTDG-Ausbildungsverordnung sollen zudem die Kompetenzen der gehobenen medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufe umfassend weiterentwickelt und an neue Anforderungen im Gesundheitssystem angepasst werden. Die Reform erweitert insbesondere die Kompetenzen in zentralen Bereichen wie der Notfallversorgung sowie im Umgang mit Arzneimitteln und Medizinprodukten. Spannend sind auch die gesellschaftlich relevanten Zusatzkompetenzen bspw. im Bereich Nachhaltigkeit oder Gewalterkennung. Gesundheit hängt eben von vielschichtigen Faktoren ab.
„Radiologietechnologinnen und -technologen sind Expert:innen nicht nur für medizinische Bildgebung wie Röntgendiagnostik, MRT, CT, Nuklearmedizin und Ultraschall, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag in der Strahlentherapie als Form der modernen Krebsbehandlung. Mit neuen Kompetenzfeldern sowie erweiterten Befugnissen im Bereich der Arzneimittelverordnung und Medizinprodukte entwickelt sich das Berufsbild dynamisch weiter. Gleichzeitig sind wir an der fh gesundheit in der Forschung tätig z.B. im Bereich der Osteoporose-Diagnostik und dem Umgang mit Platzangst im MRT bei Patientinnen und Patienten voran“, erklärt Martina Prokopetz, Studiengangsleiterin Radiologietechnologie der fh gesundheit.
Factsheet: Ausbildungsmöglichkeiten, Bewerbungsfristen & Zahlen
Die fh gesundheit bietet folgende Bachelor-Studiengänge im Bereich der Gesundheitsberufe an:
- Biomedizinische Analytik
- Diaetologie
- Ergotherapie
- Gesundheits- und Krankenpflege
- Hebamme
- Logopädie
- Physiotherapie
- Radiologietechnologie
Das AZW ergänzt dieses Angebot mit praxisnahen Ausbildungen in den Pflege- und medizinischen Assistenzberufen in:
- Pflegeassistenz
- Pflegefachassistenz
- Medizinische Fachassistenz
- Medizinische Assistenzberufe
- Operationstechnische Assistenz
Für diese Studiengänge kann man sich noch an der fh gesundheit bewerben:
- Biomedizinische Analytik – Bewerbung bis Ende Mai 2026
- Gesundheits- und Krankenpflege – Bewerbung bis Ende April 2026
- Radiologietechnologie – Bewerbung bis Ende Mai 2026
Für diese Ausbildungen am AZW kann man sich derzeit bewerben:
- Pflegeassistenz (Standort Hall in Tirol, VZ) – Bewerbung bis Juli 2026
- Pflegefachassistenz (Standort Hall in Tirol, VZ) – Bewerbung bis Juli 2026
- Medizinische Fachassistenz – Bewerbung bis Ende April 2026
- Medizinische Assistenzberufe – Bewerbung bis Ende April 2026
- Operationstechnische Assistenz – Bewerbung bis Ende April 2026
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